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Neues Kapitel im Fall Assange

Der immer noch in London in der ecuadorianischen Botschaft festsitzende Wikileaks-Gründer Julian Assange soll nun von der schwedischen Staatsanwaltschaft vor Ort befragt werden. Der Grund hierfür liegt in der bald auslaufenden Verjährungsfrist für einige der Vergehen, die Assange begangen haben soll. Die zwei Vergewaltigungsvorwürfe werden es wohl kaum sein. Es wird sich zeigen, was konkret gemeint ist.

Ich verfolge den Fall schon seit Jahren. Ich schrieb über die Hintergründe seiner Plattform und seinen Instanzenzug in Großbritannien. Ich stellte die Frage, ob Assange Antisemit sei. Und vor einem halben Jahr beleuchtete ich hier und hier das komplizierte Beziehungsgeflecht zwischen Assange selbst, seiner Anwältin Amal Clooney, deren Ehemann George Clooney und schließlich dem aktuellen US-Präsidenten Barack Obama.

Alle 4 eint nämlich ihr engagierter Einsatz für eine Verständigung mit dem Nahen Osten. Während der Wikileaks-Gründer ein Rebell des Internet-Zeitalters ist, der sich mit der US-Administration anlegte und geheime Kriegsunterlagen publizierte, ist Amal Clooney als Menschenrechts-Anwältin für seine rechtliche und gerichtliche Vertretung verantwortlich.

George Clooney setzt sich ebenfalls für eine Aussöhnung mit dem Nahen Osten ein. Er heiratete nicht nur die gebürtige Libanesin Clooney, sondern unterstützte auch Barack Obama, der bekanntlich die beiden US-Kriege in Afghanistan und im Irak, und so schließt sich der Kreis der berühmten und einflussreichen Nahostfriedensaktivisten, beendete.

Ob der Fall Assange damit jedoch zu einem versöhnlichen Ende gebracht werden wird, ist weiterhin offen. Zu stark wiegen die Vorwürfe, die mutmaßliche Vergewaltigung zweier Schwedinnen einerseits, andererseits die Veröffentlichung der Militärdokumente und der Botschaftsdepeschen.

Zu sehr ramponierte der Whistleblower Bradley Manning, von Assange benutzt, um an die Dokumente zu gelangen, das Image der Supermacht USA. Insbesondere für die Feinde des Westens wäre es ein fatales Signal, würde man Geheimnisverräter und Digital-Rebellen wie Manning und Assange einfach so freilassen, bzw. im Falle Assanges, wieder ungestört ihr Machwerk ausüben lassen.

Länder wie Russland, die dem NSA-Verräter Snowden Unterschlupf gewähren, das autoritäre China aber auch die ISIS-Islamisten feiern solche Niederlagen nicht nur in ihrer zynischen und menschenverachtenden Art, sie nutzen die dadurch gewonnenen Informationen und Erkenntnisse für ihre Spionage und letztlich ihre eigenen Interessen, zu denen ganz klar auch die Schwächung von Freiheit und Demokratie gehören.

2 Antworten to “Neues Kapitel im Fall Assange”

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