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Geschichtsrevisionismus in Japan und Russland

Bundeskanzlerin Angela Merkel befindet sicher derzeit in Japan. Diplomatisch mahnte sie die Japaner in einer Rede, diese mögen doch bitte den Geschichtsrevisionismus, den sie seit einiger Zeit betreiben, unterlassen. Nicht anders muss man ihre Darstellung des deutschen Wegs der Vergangenheitsbewältigung verstehen.

Hintergrund: Seit einigen Monaten und Jahren gibt es in Japan immer wieder Handlungen, mit denen man andere ostasiatische Staaten, die man im 2. Weltkrieg besetzte, brüskiert. So besuchen immer wieder führende Politiker des Landes den Yasukuni-Schrein. An diesem Ort wird unter Anderem auch an im 2. Weltkrieg gefallenen Kriegern gedacht.

Besonders unangenehm ist den Japanern seit jeher der Umstand, dass sie zur Steigerung der Truppenmoral mehrere Hundert Tausend Frauen in Front-Bordellen als sog. Trostfrauen einsetzten. Ein Euphemismus, im Zusammenhang mit Kriegsverbrechen immer wieder gerne benutzt. Wird dieses Thema angesprochen, horcht man besonders in China und Korea auf, da aus diesen Ländern die meisten Frauen stammen, die missbraucht und vergewaltigt wurden.

Solche Dinge unter den Teppich zu kehren, davor warnte und mahnte die Kanzlerin. Die “Philosophie” der Kanzlerin lautet wohl, dass nur derjenige besser ist, der auch etwas besser macht. Sprich, nur derjenige, der die eigenen Gräueltaten aufarbeitet und sich der Vergangenheitsbewältigung nicht entgegenstellt und widersetzt, zieht letztlich die richtigen Schlüsse aus ihr, damit sich dergleichen nicht wiederholt. Historiker wie Manfred Benz bezweifeln allerdings, dass der Mensch aus der Geschichte lernt.

Vorstellbar ist, dass die Kanzlerin im Hinblick auf den in Japan betriebenen Revisionismus auch an das neueste Propaganda-Machwerk des Kremls dachte, in dem die Gulag-Lager, in denen auch unzählige Deutsche malträtiert wurden, nämlich gar keine Erwähnung finden. Insofern stellt sich die Frage, ob die Japaner eigentlich wissen, das sie in Sachen Geschichtsklitterung, falls sie nicht rechtzeitig entgegen steuern, eine Gemeinsamkeit mit den Russen teilen? Pro-europäische Ukrainer haben derweil schnell reagiert und ein eigenes Video erstellt.

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