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Schach Matt!

Der Kreml begreift Geopolitik als Schachspiel. Passenderweise findet die Schach-WM aktuell im russischen Sotschi statt. Nicht nur Sportbegeisterten dürfte die Stadt am Schwarzen Meer noch als Austragungsort der diesjährigen olympischen Wintersportspiele in Erinnerung sein. Nun also wird dort der Schachweltmeister ermittelt. Der amtierende Weltmeister Magnus Carlsen aus Norwegen wird herausgefordert vom Inder Viswanathan Anand. Nach 4 Partien steht es aktuell 2:2.

Im geopolitischen Schachspiel russischer Machart werden derzeit sämtliche Figuren hin- und her bewegt. Mal starten russische Kampfflieger, um über die Ost- und Nordsee bis hinunter nach Portugal zu fliegen, inkl. dem Rückflug versteht sich. Ein ander Mal fliegen sie über den Pazifik, um vor Kalifornien wieder abzudrehen. Letzter Zug: Vor Australien sollen Kriegsschiffe aufgetaucht sein. All dies soll signalisieren, dass mit Russland notfall militärisch zu rechnen ist. Am deutlichsten zu spüren bekommt dies derzeit die Ukraine, wo mittlerweile scheinbar ganz offen Krieg gespielt wird. Ganz geschlagen geben sich die Ukrainer ihrem russischen Brudervolk allerdings noch lange nicht.

Und das alle nur, weil Putin beschlossen hat, sich von uns, speziell der NATO, bedroht zu fühlen. Womit er teilweise recht hat! Jedoch nicht militärisch. Grund für die aggressive Reaktion der Russen, war und ist nämlich die Expansion der Europäischen Union nach Osten. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, der Auflösung des Militärbündnisses “Warschauer Pakt” und schließlich dem Zusammenbruch der Sowjetunion, kam es im Laufe der Jahre peu a peu zu einer Ausdehnung nicht nur der EU, sondern auch der NATO und dem Euro-Währungsraum.

25 Jahre lang haben die Russen diesem demokratischen Veränderungsprozess zugesehen und nun beschlossen, ein Konkurrenzprojekt zu betreiben. Zum 01.01.2015 soll nach jetzigem Stand die Eurasische Union gegründet worden sein. Mittelfristig sollte auch die Ukraine Mitgliedsland werden. Das Problem ist nur, dass der Expansionswillen der Russen auf den bereits seit Jahrzehnten vorhandenen Expansionsdrang der Europäer trifft.

2008 beschloss die Europäische Union auf Initiative des polnischen Außenministers Radoslaw Sikorski und des schwedischen Außenministers Carl Bildt die Östliche Partnerschaft, im Rahmen derer die 6 östlichen Länder Weißrussland, die Ukraine, Moldawien, Armenien, Aserbaidschan und Georgien mittel- und langfristig demokratisiert und damit näher an die EU herangeführt werden sollten. Der Ukraine-Konflikt ist letztlich die Folge des Aufeinandertreffens des russischen Expansionsdrangs autokratischer Prägung auf den europäischen Expansionsdrang demokratischer Prägung.

Das bislang letzte Bauernopfer in diesem geopolitischen Schachspiel war übrigens Armenien, dessen christliche Bevölkerung vor nahezu 100 Jahren von den türkischen Nachbarn stark dezimiert wurde. 1,5 Millionen Armenier sollen im Zuge der “Endlösung der Armenier-Frage” den osmanischen Mörderbanden zum Opfer gefallen sein. Eine Gedenkstätte gibt es nicht und soll es, ginge es nach dem Willen der Türkei, auch nicht geben. Ob das kleine Land mit der suboptimalen Lage zwischen dem spannungsgeladenen Kaukasus und dem konfliktreichen Nahen Osten nun nach der Aufnahme in die Eurasische Union unter der Obhut des russischen Bären gedeihen wird, darf bezweifelt werden. Für Armenien heißt es daher erst einmal: Schach Matt!

1 Antwort to “Schach Matt!”

  1. Duryodhan sagt:

    Huiii…das ist ja ein netter Post fcber mneein Glfccksbringer! ;-) Ich war auch schon in einer Schwanensee- Aufffchrung.Auf der Seebfchne in unserem Elbauenpark. Ich liebe die Musik und den Tanz. Viel Spadf!

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