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Augstein & Müller – Duo Infernale

Noch vor wenigen Monaten erklärte Dirk Müller in unzähligen Fernsehsendungen die Finanzkrise und ihre Folgen. Wobei “Erklären” in diesem Zusammenhang ein Euphemismus ist. Tatsächlich verbreitete er eine unglaubliche Panik (“Es wird zu einem Reset kommen.”) und tut dies bis heute. Abgesehen davon, dass Müller alias Mr. Dax eine anti-amerikanische Grundstimmung bedient, schrieb in seinem letzten Buch “Showdown”, dass, ähnlich zu den Amerikanern, auch die Russen kein Interesse an einem starken Europa hätten.

Doch seltsamer weise scheint er dies vergessen zu haben, als er vor wenigen Tagen Jakob Augsteins Artikel zur Ukraine-Krise lobte.

Augstein hat sich bereits mehrfach als Putin-Versteher positioniert. Auch ist bekannt, dass er anti-amerikanisch und anti-israelisch eingestellt ist. Seine herbe Israel-Kritik hat Anfang 2013 einen heftigen Streit mit Henryk M. Broder, dem Gründer und Betreiber des pro-israelischen und pro-amerikanischen Autoren-Blogs “Die Achse des Guten”, zur Folge gehabt. Konsequenz des Streits war letztlich auch, dass das amerikansiche Simon-Wiesenthal-Center, welches sich gegen die Diskriminierung jüdischer Menschen wendet und dem Antisemitismus weltweit den Kampf angesagt hat, ihn in seine jährlich erscheinende TopTen-Liste der gefährlichsten Antisemiten der Welt auf Platz Nr. 9 aufnahm. Zum Schluss distanzierte sich Broder für seinen harten Vorwurf, Augstein sei nur ”dank der Gnade der späten Geburt um die Gelegenheit gekommen, im Reichssicherheitshauptamt Karriere zu machen”.

Möglicherweise hat Augstein die notorische Kritik von seinem leiblichen Vater, dem Schriftsteller Martin Walser, geerbt. Von diesem ist nämlich ebenfalls bekannt, dass er gerne in diese Richtung austeilt und sich gegen den Vorwurf des Antisemitismus schon mal gerichtlich zur Wehr setzt. Interessant ist jedoch, zurück zu Walsers Sohn, dass Augstein noch einen zweiten Vater hat, nämlich den bereits 2002 verstorbenen Journalisten Rudolf Augstein. Der legendäre Spiegel-Gründer vermachte dem Adoptivsohn nicht nur ein Millionenerbe, sondern als einer der erfolgreichsten Verleger in der deutschen Nachkriegsgeschichte auch zu große Fußstapfen.

Mit dem Wochenmagazin “Der Freitag” kommt der adoptierte Sprößling nämlich bei Weitem nicht an den Erfolg des Vaters heran. Die Auflage beträgt gerade einmal 15.000 Stück. – Doch Jakob Augstein versucht sich nicht nur als geopolitischer Kolumnist (“Im Zweifel links”) beim Spiegel und als Verleger in Eigenregie. Zwei Bücher erschienen ebenfalls von ihm. Eines über Gärten und Gartenpflege als Hobby und ein 2013 erschienenes, systemkritisches Buch mit dem Titel “Sabotage”, in dem er offen zu Gewaltmaßnahmen gegen den Staat aufruft. Es steht zu vermuten, dass er das geerbte Vermögen seines Vaters letztlich zur Projekt-Subventionierung nicht nur als Verleger, sondern auch als Buchautor heranzieht.

All dies zu erfahren, erfordert keinen großen Recherche-Aufwand. Recherche hat Dirk Müller aber scheinbar nicht nötig oder er sympathisiert mit Augsteins kritischer Haltung, da diese, zumindest in Bezug auf Amerika, erstaunlich gut zu seinen verschwörungstheoretisch angehauchten Thesen passen.

2 Antworten to “Augstein & Müller – Duo Infernale”

  1. Müller und Augstein. Da haben sich zwei gefunden.

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