finance & politics

Tesla – Das Automobil der Zukunft

Das Jahr 2013 neigt sich langsam dem Ende zu. Eine Automobilmarke wird jedoch auch über den Jahreswechsel hinaus einer immer größer werdenden Zahl an Automobil-Liebhabern in Erinnerung bleiben. Es ist der kalifornische Elektroautohersteller Tesla. Das 2003 von Milliardär Elon Musk gegründete Start-Up ist der Überflieger des Jahres. Messen lässt sich der Erfolg vordergründig anhand des Aktienkurses. Bei 33,87 US-$ stand die Aktie Ende des vergangenen Jahres. Heute notiert das Papier intraday kurz vor Börsenschluss bei sage und schreibe 151,80 $. Das ist beinahe eine Verfünffachung binnen Jahresfrist. Die Aktionäre wird es freuen. Alle anderen dürften sich ärgern. Jedoch ist bei solchen Kursen Vorsicht geboten. So wird der Automobilhersteller mit dem 33-fachen des Buchwertes gepreist. Das ist stolz! Das ist ein Preis für ein gehyptes Unternehmen, dessen Kurs schon jetzt nichts anderes wiederspiegelt als die Phantasie, den Amerikanern könnte nichts Geringeres als eine Revolution des Automobilsektors gelingen: Weg vom Verbrennungsmotor hin zum Elektromotor!

Dabei hat Tesla aktuell gerade einmal zwei Fahrzeugmodelle im Portfolio, einen flitzigen Roadster und eine elegante Limousine. Beide Modelle überzeugen jedoch durch ein hohes Drehmoment und dementsprechend viel Pferdestärken. Zahlreiche Videos auf youtube verdeutlichen die enorme Beschleunigung und damit die Stärke der Batterie-Autos. Gewöhnungsbedürftig, jedoch im positiven Sinne, ist die Tatsache, dass die Elektro-Flitzer keinerlei Lärm verursachen, von den Rollgeräuschen einmal abgesehen. Sollte sich diese Technologie durchsetzen, dürften hohe Lärmimmissionen insb. in Innenstadtlagen der Vergangenheit angehören.

Aber nicht nur Stadtbewohner der Zukunft dürften sich freuen. Auch die Energiewende macht mit den Elektro-Flitzern plötzlich viel mehr Sinn! Denn Autos, die man hauptsächlich zu Hause über Nacht auflädt, erhöhen zunächst einmal den Stromverbrauch. Die erhöhte Nachfrage bedeutet aber auch größere Einnahmen für Stromerzeuger, derzeit natürlich nicht nur, aber in immer größer werdendem Maße auch für Ökostrom-Erzeuger. Sieht man sich das Ziel der Bundesregierung an, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen, dann weiß man, dass solche Überlegungen auch im Bundeskanzleramt getätigt werden. Die Vision scheint durchdacht und machbar. Allerdings sollte der potentielle Anteil der Elektroautos am Gesamtstromverbrauch auch nicht überschätzt werden. Ein Drittel der heute zugelassenen PKWs hätte einen Bruttostromverbrauch von schätzungsweise 5%. Von diesem Ziel ist man nicht nur wegen der stolzen Preise, sondern auch wegen Reichweiten- und Ladeproblemen noch meilenweit entfernt. Nichtsdestotrotz gibt der amerikanische Autobauer derzeit die Richtung vor. Vorstellbar ist über kurz oder lang auch, dass der Nischenplayer übernommen wird. Daimler hält aktuell rund 4,3% der Anteile an dem börsennotierten Unternehmen. Es ist auch diese Übernahmephantasie, die den Kurs dieses Jahr in bislang unbekannte Höhen katapultierte.

Neben den bereits erwähnten Modellen steht bereits ein drittes Modell in der Pipeline, der Tesla Modell X. Visionär Musk beschränkt sich jedoch nicht allein auf den Automobilsektor. Tollkühn sind seine Pläne mithilfe der leistungsstarken Batterien eine Raumfähre zum Mars zu schicken. Aber auch Pläne, das öffentliche Transportwesen zu ändern, sind nicht minder ambitioniert. Ob aus solchen Träumen letztlich etwas wird, kann derzeit wohl niemand seriös beantworten.

In Anbetracht der Tatsache, dass Technologien sich heutzutage rasend schnell weiterentwickeln und berücksichtigend, dass gerade in Deutschland viele Gebäudebesitzer schon heute über Photovoltaik-Anlagen verfügen, ist eine andere, weitere, man muss sagen geniale Idee, im Bereich des Vorstellbaren: Die Energieunabhängigkeit vieler Privathaushalte! Die Vision des Hauses der Zukunft sieht folgendermaßen aus: Aufgrund verbesserter Technologien lohnt es sich für eine Mehrzahl der deutschen Gebäudebesitzer, eine Photovoltaik-Anlage zu betreiben. Diese PV-Anlage stellt genügend Strom her, um den Stromverbrauch des ganzen Jahres abzudecken. Speichermöglichkeiten sorgen dafür, dass niemand im Dunkeln sitzen muss, wenn die Nacht hereinbricht. Darüber hinaus wird in besagter Nacht in der Garage der Elektroflitzer geladen. Keine Stromrechnung und kein Bedarf zur Tankstelle zu fahren. Klar, dass das heute noch Zukunftsmusik ist.

Doch was heute noch Zukunftsmusik ist, könnte morgen schon Wirklichkeit werden. Und die Wahrscheinlichkeit, dass es so kommt, steigt nicht nur mit jedem verkauften Tesla-Modell, sondern auch durch die EEG-finanzierte Energiewende. Das Klima würde nebenbei von alleine gerettet werden.

8 Antworten to “Tesla – Das Automobil der Zukunft”

  1. Felix sagt:

    Ein interessanter, abgewogener Artikel. Ich habe mich ausführlich mit dem Thema “Energie” befasst und auch ein Buch dazu geschrieben. Das, was Sie skizzieren wäre die beste aller Welten. Ob es so kommen wird, bezweifle ich.

    Deutschland steht mit seiner Energiewende alleine da auf der Welt, das ist gewagt. Nicht mal eine europäische Abstimmung gibt es. Die German Angst vor Atomkraftwerken scheint an den Grenzen zu Frankreich und Tschechien Halt zu machen. Wer mit offenen Augen durchs Land fährt, sieht, dass die Öko-Energien die Landschaft (Windräder) und das Land (Maisanbau für Biogasanlagen) zerstören. Die PV liefert keine substanziellen Beitrag zur Energieversorgung Deutschlands.
    Parallel dazu steigt mein Strompreis von Jahr zu Jahr um mehr als 10 % p a.. mein Gehalt (Brutto) allenfalls um 3%. Die Energiekosten in USA sinken dank Fragging. Energieintensive Industrien (z.b. BASF) investieren massiv in den USA. Deutschland wird sich wegen nicht mehr wettbewerbsfähiger Energiekosten schleichen deindustralisieren, die Arbeitslosigkeit wir wieder steigen. Wie der neue starke Mann der Bundesregierung darauf reagieren wird, wir sich zeigen. Ich weiß nicht, ob er das Problem erkannt hat. Der Kanzlerin scheinst egal, Hauptsache sie regiert. Insofern ist zumindest gut, dass nicht auch noch die ideologische Politik der Grünen zum Zuge gekommen ist.

    Ich wünschte Ihre Beschreibung würde wahr, für besonders wahrscheinlich halte ich es allerdings nicht.

    • Also, gäbe es nicht schon seit Jahren die Subventionen durch das EEG, das im Übrigen gerade von der EU-Kommission vor dem EuGh angegriffen wird (Vertragsverletzungsverfahren wg. den Ausnahmen (Beihilfen) für energieintensive Unternehmen), dann würde ich die Idee, Deutschland in ein Ökostrom-Land zu wandeln, als eine links-grüne naive Weltverbesserer-Idee bezeichnen. Von irgendwelchen Hippies initiiert.

      Aber Realität ist nunmal, dass es seit 1998 politisch gewollt ist, diesen industriellen Umbau durchzuführen. So gesehen macht es Sinn, sich die langfristigen Folgen und Auswirkungen anzusehen, die eintreten könnten.

      In dem Beitrag beschreibe ich das absolute Öko-Paradies, die ökologisch-heile nachhaltige Welt. Wie realistisch oder unrealistisch das Szenario ist, kann ich selbst nicht exakt benennen. Zumindest ist es heute zu teuer und zu unbequem bzw. aufwendig, so ein nachhaltiges Leben (Haus+Elektroauto) zu führen.

      Das Thema “Fracking” zeigt, dass der technologische Fortschritt unaufhaltsam ist. In einem der Links heißt es auch, dass die USA innerhalb von 10 Jahren 150 Milliarden in den Öko-Ausbau investieren wollen.

      Bei uns in Deutschland sind es aktuell schon über 20 Milliarden jährlich. Wir gehen diesen Weg also konsequenter!

  2. Noch ein abschließender Gedanke: Bei einem Ökostrom-Anteil von knapp unter 25% soll mittlerweile ein hoher Milliardenbetrag dadurch eingespart werden, dass wir für diesen Stromanteil kein teures Gas/Öl und keine Kohle importieren müssen.

    So kompliziert es auch sein mag: Ich versuche das Thema nicht mehr schwarz-weiß zu betrachten.

    Schönen Sonntag!

  3. Felix sagt:

    Ich sehe das auch, dass die Politik da eine heile Ökowelt zu etablieren beabsichtigt, die gut gemeint ist, die aber in einer realen Welt des gnadenlosen wirtschaftlichen Wettbewerbs unser Land ins Abseits manöverieren wird. Die Politik sorgt für eine Fehlallokation von Kapital gigantischen Ausmaßes, wie die auf Jahrzehnte hinaus festgeschriebenen hochpreisigen Abnahmegarantien für PV-Strom, der dann geliefert wird, wenn er nicht gebraucht wird. Das ist klassische Planwirtschaft und wohin die geführt hat, wissen wir. Nicht der Markt entscheidet, welche Technologien sich durchsetzen, sondern die Fördertöpfe der Politik.
    Natürlich gibt es Nutznießer dieser Entwicklung. Und so hat sich im Bereich der grünen Energien eine bislang beispiellose Subventionsmentalität breit gemacht. Das wieder zurückzudrängen wird enorme politische Führungsstärke erfordern. Dass die derzeitige Kanzlerin das nicht kann, ist offensichtlich.

  4. Nun ja, ganz so defätistisch sehe ich es nicht.

    Nachdenklich stimmt allerdings die gigantische Umverteilung von unten nach oben, vom durchschnittlichen Haushalt/Stromkunden hin zu den Öko-Investoren. Die Ökowirtschaft kassiert mittlerweile immerhin über 20 Milliarden jährlich!

    Ich persönlich wäre für ein Einfrieren der Energiewende auf dem gegenwärtigen status quo.

    Außerdem sollte das EEG abgeschafft werden und die Energiewende aus dem allgemeinen Steueraufkommen finanziert werden, weil dann die starken Schultern mehr tragen.

    EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia scheint, Stichwort “Planwirtschaft” nicht locker zu lassen.

    Mal sehen wie es nunmehr weitergeht. Ich werde jedenfalls den Streit zwischen den unterschiedlichen Parteien (Bundesregierung, EU-Kommission, Industrie, Öko-Profiteure etc.) weiterhin verfolgen und ggf. hier im Blog darüber schreiben.

    Davon mal abgesehen lasse ich mich nicht verrückt machen. Letztlich kassieren in der Energiewirtschaft alle ihre Subventionen. Die klassischen Stromerzeuger sind auch keine Heiligen. Dass sie alle Hebel in Bewegung setzen, weil sie sehen, wie ihre Fälle wegschwimmen, bedeutet nicht, dass man sich diesem Wehklagen anschließen muss. Das ist insofern business as usual.

    • Felix sagt:

      Es wird spannend werden, wie sich der neue Energieminister der Sache annimmt. Wenn er das Ding schultert, steht einer Kanzlerschaft Gabriels wohl eher nichts mehr im Wege, zumal, wenn Merkel nicht mehr antritt.

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Powered by WordPress | Designed by Elegant Themes