finance & politics

Wirtschaftsnobelpreis für Robert Shiller

Robert Shiller ist ein Genie. Der Yale-Professor erhielt am Montag für seine langjährigen Forschungsergebnisse rund um Kapitalmarkt-Themen den Wirtschaftsnobelpreis.

Seine wissenschaftliche Arbeit zeichnet sich aus durch:

1. Prognosefähigkeit

Shiller hat ein ausgesprochen gutes Näschen für Blasen-Entwicklungen. Er sah die Dotcom-Blase voraus. Über ihr Platzen und die irrationale Euphorie schrieb er ein Buch. Er sah aber auch das Entstehen der Häuserblase rechtzeitig voraus.

2. Case-Shiller-Index

Shiller entwickelte den Case-Shiller-Index, einen Indikator für die Preisentwicklung amerikanischer Immobilienmärkte. Schaut man sich seinen Indikator an, so stellt man fest, dass sich der amerikanische Immobilienmarkt längst aus dem Tal der Tränen der Jahre 2008 und 2009 befreit hat. Zumindest in einigen Ballungszentren und Großstädten. So steigen die Immobilienpreise teilweise, wie in Las Vegas, wieder deutlich, nämlich zweistellig pro Jahr. Shiller selbst sieht für Gesamt-Amerika jedoch keine beunruhigende Entwicklung.

3. Unmöglichkeit der kurzfristigen Vorhersehbarkeit von Aktienkursen

Der Nobelpreisträger verneint die Möglichkeit kurzfristige Preisvorhersagen an den Finanzmärkten treffen zu können. Im Gegensatz zu Langfristigen. Shiller war einer der ersten, der aufzeigte, dass die Volatilität von Aktienkursen höher ist verglichen zu der Volatilität der Dividendenzahlungen. Diese Erkenntnis mag heutzutage niemanden aus den Socken hauen. Unternehmen stehen nun mal im Eigentum ihrer Aktionäre, so dass sie ungern ihre Dividenzahlungen kürzen. Im Gegenteil: Sie sind bestrebt diese permanent zu erhöhen, um ihre Aktionäre bei Laune zu halten. Kontinuität lautet hier das Zauberwort. Und folglich gehören diejenigen Aktiengesellschaften zu den erfolgreichsten, die kontinuierlich ihre Dividenden erhöhen.

4. Behavioral Finance

Aktienpreise werden durch Käufer und Verkäufer bestimmt. Und genau die agieren gerade an den Finanzmärkten bisweilen höchst irrational. Das ist eine weitere Kernaussage Shiller’s. So verbindet er Erkenntnisse der Behavioral Finance, einer noch jungen finanzmarktspezifischen Disziplin, mit der Ökonomie.

5.  Steuerbremse

Auch steht Shiller für eine Art “automatische Steuerbremse” steht, die immer dann greift, wenn es zu krassen Einkommensungleichgewichten kommt. Immer dann soll nämlich diese Steuerbremse dafür sorgen, dass diese Ungleichgewichte so weit es möglich ist und Sinn macht (das Leistungsprinzip soll nicht ausgehebelt werden, sprich überdurchschnittliche Leistungen sollen sich auch weiterhin lohnen) ausbalanciert werden. Da in den USA derzeit die Schere zwischen niedrigen und höheren Einkommen auseinanderklafft, plädiert der Professor für Steuererhöhungen. Damit ist er übrigens der gleichen Meinung wie Warren Buffett. – Es ist allerdings davon auszugehen, dass es zu keinerlei steuerrechtlichen Anpassungen dieser Art kommen wird, solange ein paar ideologievernarrte TeaParty-Anhänger das ganze Land lähmen können.

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