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1914 – Kettenreaktion mit brutalen Folgen

Am 28.06. jährte sich zum 99. Mal ein wahrlich furchtbares Ereignis. In Sarajevo ermordete eine bosnische Studentenorganisation den österreichisch-habsburgischen Thronfolger. Eine lückenlose Aufklärung wurde seinerzeit von der Österreichischen Regierung gefordert, Bedingungen diktiert, wie die Gerichtsverhandlungen durchzuführen seien. Da nicht alles genauso wie man sich das in Wien gewünscht hat ablief, erklärte man Serbien kurzer Hand den Krieg. Aufgrund von Bündnisverpflichtungen erklärte auch das preußische Deutschland den Serben den Krieg, was eine Kettenreaktion an Kriegeinstritten weiterer Länder, insb. Frankreichs und Russlands, nach sich zog.

Wegen einem zwar tragischen aber dennoch überschaubaren Ereignis brach letztlich der 1. Weltkrieg aus, an dessen Ende nicht nur eine gewaltige Materialschlacht stand, sondern auch Millionen Opfer. Weil das deutsche Heer unbesiegt war, über lange Zeiträume des Krieges gab es keine nennenswerten Gebietsgewinne, kam praktisch mit dem Ende des Krieges in Deutschland die Verschwörungstheorie, besser bekannt als sog. Dolchstoßlegende, auf, dass das deutsche Militär den Krieg gewonnen hätte, wenn nicht aus den eigenen Reihen politisch-motivierte Sabotage-Akte letztlich zu einer Kapitulation geführt hätten. Die Sozialdemokratie und das internationale Judentum wurden später als Feinde destiliert. Harte Bedingungen durch den Versailler Vertrag, insb. Gebietsabtretungen, in Verbindung mit der Ende der 20er Jahre einsetzenden Weltwirtschaftskrise begünstigen eine auf Hass basierende politische Rhetorik und damit letztlich die Machtergreifung der Nazis unter der Führung Adolf Hitlers. Mit den bekannten schrecklichen Folgen.

Aus diesem Grund bezeichnen Historiker das politische Attentat in Sarajevo und den im Anschluss daran ausgebrochenen 1. Weltkrieg zu recht als die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts.

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