finance & politics

Wer regiert Europa?

Meine Vermutung: Wladimir Putin! – Kein Witz! – 44 Jahre kommunistische Fremdherrschaft und kein einziger Politiker hat je Forderungen gegenüber Moskau aufgestellt, sich an den Kommunismusfolgenbeseitigungskosten in drei- vllt. vierstelliger Milliardenhöhe zu beteiligen. Dabei müsste kein einziger Cent tatsächlich überwiesen werden, es würde schon reichen, das Erdgas kostenlos bzw. stark vergünstigt zu bekommen. Die EU als historisch logischerweise unvorbelastetes Rechtsgebilde wäre hier die richtige Stelle, um die entsprechenden Forderungen für alle seinerzeit betroffenen osteuropäischen Länder inkl. Deutschland (wg. der DDR) zu berechnen und dann die Ansprüche geltend zu machen. Macht aber niemand, weil vermutlich Angst der größte Ratgeber nicht nur der EU-Kommission ist.

Stattdessen streitet man sich um ein paar Kunstgegenstände, wie neulich wieder, als Kanzlerin Merkel die Herausgabe der Beutekunst verlangte. So wichtig das auch sein mag. Letztlich interessieren diese Kunstobjekte lediglich einige wenige Fachleute, Kunstsammler und Kunsthistoriker. Der Spiegel und andere führende mediale Meinungsmacher sprechen aber von einem Eklat und vor einem Wiederaufleben des Kalten Krieges…. lächerlich!

Wahrer Mut wäre es, den Kreml an den Kosten, die nach fast 50 Jahren Kommunismus hinterlassen wurden, zu beteiligen. Das passiert jedoch nicht.

Und so kann man daraus nur schlussfolgern, dass Wladimir Putin unser aller Boss ist…

 

P.S.: Dieser Artikel ist tendenziell polemisch-ironisch gemeint.

4 Antworten to “Wer regiert Europa?”

  1. Felix sagt:

    Selten etwas so absurdes gelesen.

  2. @Felix

    Das schreiben sie auch nur deshalb weil sie nicht im Kommunismus leben/aufwachsen/etc. mussten. Stimmt’s oder habe ich recht?

  3. Felix sagt:

    Stimmt.
    Trotzdem erscheint mir diese Forderung absurd. Zum einen, wer sollte sie durchsetzen und womit? Viele Russen und Russland insgesamt hat unter dem Kommunismus genauso gelitten wie die Anrainerstatten. Wer entschädigt die?
    Auch Westdeutschland stand unter den Besatzungsmächten, wenn auch nicht solange. Kriegen die auch eine Entschädigung von den Siegermächten.
    Außerdem, glaube ich, Sie vergessen, wer den Krieg angefangen und schlussendlich verloren hat. Alles weitere ist eine Folge davon.

    Sind wir froh, dass uns die Russen Energie gegen Bezahlung liefern (die Forderung, dass sie es uns schenken sollten, erscheint mir absurd), so hängen wir wenigstens nicht nur von den Ölscheichs ab. Zumal der Nahe Osten das Pulverfass der Welt schlechthin ist und jederzeit hochgehen kann.
    Ich kann viele Ihrer Beiträge nachvollziehen und halte sie für gut fundiert. Sonst würde ich sie nicht lesen, geschweige denn ab und zu einen Kommentar dazu abgeben.
    Auf diesen Beitrag trifft das nicht zu, sorry.

  4. Reparationsforderungen sind so alt wie ihre meist kriegerischen Ursachen selbst auch. Der Weimarer Republik brachen die übertriebenen Reparationsforderungen Frankreichs das Genick, um nur ein Beispiel zu nennen.

    Übrigens: Mir geht es hier sicherlich nicht um Geschichtsrevisionismus. Ich habe Respekt vor dem russischen Volk und der Tatsache, dass sie siegreich aus dem Großen Vaterländischen Krieg hervorgegangen sind. Das war’s dann aber auch schon.

    Es geht mir ja gar nicht darum, dass Deutschland Forderungen aufstellen sollte. Die EU sollte dies tun, und zwar vordergründig im Namen der osteuropäischen Völker, die nicht nur unter dem von der Sowjetunion ausgehenden Kommunismus litten, sondern auch aufgrund der Kriegshandlungen und Vertreibungen durch die Sowjetunion unter Stalin&Co. – Ich habe das Katyn-Massaker bereits beispielhaft erwähnt.

    Letztlich fehlen Osteuropa im Vergleich zum Westen ca. 50 Jahre, die nicht so leicht und schnell wirtschaftlich aufzuholen sind. Die Unterstützung durch die EU ist ihnen jedoch sicher, insb. finanzieller Natur.

    Wäre Russland ein gerechtes Land, das sich für Menschenrechte und Fairness einsetzt, dann hätte es längst für Entschädigungen gesorgt, spätestens nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Natürlich auch für die eigene Bevölkerung. Stattdessen sorgt der Kreml aller höchstens dafür, dass sich einige wenige Putin-treue Oligarchen bereichern.

    So gesehen bin ich natürlich auch für eine größere und sozialere Teilhabe des russischen Volkes an seinen eigenen Rohstoffschätzen, logisch.

    Zu dem Punkt der Durchsetzbarkeit: Die Reparationszahlungen werden sich kaum durchsetzen lassen, da gebe ich ihnen recht. Das ändert aber nichts daran, dass sie grundsätzlich richtig sind.

    Es sind ganz einfach Verbrechen durch die Sowjetunion begangen worden und es wäre auf der Grundlage eines gesunden Menschenverstands nur logisch, diese Verbrechen am besten in Geldwerten zu mildern.

    Sie sprechen einen weiteren wichtigen Punkt an: Natürlich waren nahezu alle Ereignisse im Krieg sowie im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts die Folge des durch Hitler initiierten Angriffskrieges gegen Polen, Frankreich, die Sowjetunion und so weiter. Der Punkt ist jedoch, dass insb. die osteuropäischen Völker was das anbelangt unschuldig sind, unter Stalin und der Sowjetunion aber Opfer weiterer Verbrechen wurden.

    Hier hilft der einfache Vergleich zu Deutschland. Die BRD hat sich seiner historischen Verantwortung immer gestellt. Das gilt für die Russische Republik als Nachfolge der Sowjetunion so nicht.

    Fazit: Felix, Sie argumentieren aus der Sicht eines die volle Verantwortung und Schuld an den Ereignissen rund um den 2. Weltkrieg tragenden Deutschen. Das ist sicherlich auch gut und richtig. Jedoch sollten sie sich mal die osteuropäische Sichtweise vergegenwärtigen. Am besten ohne sofort an die Frage der Durchsetzbarkeit der Forderungen zu denken.

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Powered by WordPress | Designed by Elegant Themes