finance & politics

Herkulesaufgabe Energiewende und die Frage warum nie Entschädigungsforderungen gegenüber Moskau gestellt wurden

Für einen Eklat sorgte der Vorsitzende der Landsmannschaft der Schlesier Rudi Pawelka auf dem Deutschlandtreffen der schlesischen Vertriebenen. Dort forderte er als Repräsentant der wichtigsten Unterorganisation des Bundes der Vertriebenen nämlich, dass Polen und Tschechien sich endlich für die Vertreibungen von Millionen Deutscher am Ende des 2. Weltkriegs entschuldigen sollen. Außerdem sollen endlich Opferentschädigungen ausgezahlt werden.

Was Pawelka jedoch nicht bedacht hat oder bewusst unterschlägt, ist, dass die Hauptverantwortung für die tragischen Vertreibungen gar nicht bei Polen, Tschechien & Co. liegt, sondern Folge der von Stalin ausgehandelten Bestimmungen auf der Potsdamer Konferenz waren.

Dort wurde damals die Annexion polnischer Ostgebiete an die Sowjetunion beschlossen, darüber hinaus die Annexion deutscher Ostgebiete an Polen. Die Folge waren dramatische Vertreibungen durch die Rote Armee. – Richtigerweise müsste Pawelka seine Entschädigungsansprüche also an den Kreml richten.

Mit kostenlosen Erdgas-Lieferungen an Deutschland könnten diese Forderungen auch durchaus beglichen werden. Und wenn wir schon dabei sind: Wie wäre es mit der Begleichung der Folgekosten, die der durch die Sowjet-Stalinisten installierte und über halb Europa drübergestülpte Kommunismus verursachte?

Für jedes Jahr der von 1945-1989 währenden kommunistischen Fremdherrschaft sollte Moskau ein Jahr das Gazprom-Erdgas kostenlos an die betroffenen Länder Deutschland (wegen der DDR), Polen, Tschechien usw. liefern müssen. Das wäre nur recht und billig und würde den wirtschaftlichen Aufschwung und die wirtschaftlichen Aufholprozesse dieser Regionen und Länder zusätzlich befeuern, im wahrsten Sinne des Wortes.

Doch was passiert stattdessen? Die osteuropäischen Länder werden mit Milliardenbeträgen aus Brüssel subventioniert, zudem müssen alle teures Geld nach Moskau für das überlebenswichtige Erdgas überweisen. Das ist bedenklich.

Die Brüsseler Beamten stellvertretend für die als Rechtsgebilde logischerweise historisch unvorbelastete EU sollten sich mal daran machen hier gemeinsame europäische Forderungen aufuzustellen! Unhaltbar ist jedenfalls die derzeitige Situation, in der sich einige wenige russische Oligarchen unter mithilfe des Kremls in unvorstellbarem Ausmaß bereichern dürfen.

Kostenlose respektive günstigere Erdgaslieferungen hätten einen weiteren positiven Nebeneffekt: Deutschland hätte mehr finanziellen Spielraum um die Energiewende zu stemmen und könnte so entspannter der Zukunft entgegenblicken.

2 Antworten to “Herkulesaufgabe Energiewende und die Frage warum nie Entschädigungsforderungen gegenüber Moskau gestellt wurden”

  1. Felix sagt:

    Ich habe für die Forderungen und Reden dieser Vertriebenenfunktionäre keinerlei Verständnis. Vielleicht haben diese Leute noch nicht gemerkt: Das Ereignis liegt nahezu 70 Jahre zurück. Keiner dieser Funktionäre hat sie erlebt. Stattdessen sind sie im Nachkriegsdeutschland wirtschaftswundermäßig aufgewachsen und wohlhabend geworden.
    Damit können sie sich aber nicht zufrieden geben. Sie müssen fortwährend an die östlichen Nachbarländer Forderungen stellen, die vor der Vertreibung von Deutschland überfallen worden sind und nach dem Prinzip der verbrannten Erde zerstört wurden. Wenn irgendwo die Ursache für die Vertreibung zu suchen ist, dann doch wohl in Nazideutschland. Ich verstehe auch die CDU /CSU nicht, dass diese reaktionären Vertriebenenverbände derart hofiert.
    Natürlich ist mir klar, dass es tragische Einzelschicksale unter den Vertriebenen gegeben hat. Aber der kalte Krieg ist vorbei. Die direkt Betroffenen sind überwiegend tot. Es geht um Völkerverständigung und nicht um -aufhetzung.

  2. @Felix

    Danke für ihre Kommentare hier in diesem Blog. Man merkt ihnen an, dass sie sich mit den Themen beschäftigen. – Es stellt sich berechtigterweise die Frage, ob die Arbeit der Vertriebenenverbände geeignet ist, zur Völkerverständigung beizutragen. Und da lautet meine klare Antwort: “Nein.” Das haben mir übrigens auch Vertriebene selbst so gesagt. Und auch die immer wieder Streit suchende Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach von der CDU/CSU, die nebenbei bemerkt als MdB Menschenrechtsbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist, zeugt von einer nachhaltigen Verbitterung, die auf Ereignisse zurückzuführen ist, die wie sie richtigerweise anmerken, 70 Jahre und länger zurückliegen.

    Spätestens nach dem Zusammenbruch des Kommunismus und aller spätestens nach der EU-Aufnahme derjenigen Staaten in denen sich die Vertreibungsgebiete befinden, hat absolut jeder Vertriebene wieder die Möglichkeit in seine ehemalige Heimat zu ziehen.

    Nichtsdestotrotz bin ich der Ansicht, dass es richtig ist das Zentrum gegen Vertreibungen in Berlin zu errichten, weil auch diese Menschen infolge der Kriegsereignisse leiden mussten, schon allein durch den Verlust ihrer Heimat.

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Powered by WordPress | Designed by Elegant Themes